Der Weg der Strunde, dem fleißigsten Bach Deutschlands, beginnt oberirdisch im östlich von Bergisch Gladbach gelegenen, malerischen Ort Herrenstrunde an der Landstraße 286. Die Strunde ist hier zwar ein relativ kleiner Bach, jedoch speist sie bereits nahe der Quelle ein Becken einer alten Malteserkomturei aus dem Jahre 1294, welche heute als Hotel genutzt wird. In früheren Zeiten wurde dieses Becken genutzt um eine Mühle anzutreiben, welche heute jedoch nicht mehr vorhanden ist – stattdessen finden sich in dem Becken einige Enten und Schwäne ein, welche vom guten Willen der Hotelgäste und Besucher dort sicherlich eine gute Futterquelle vorfinden.
Quasi gegenüber der ehemaligen Komturei findet sich eine kleine Perle der Kirchenarchitektur – St. Johann Babtist, deren Grundaufbau 1345 vollendet wurde. Im Jahr 1555 wurden im Inneren wesentliche Veränderungen vollzogen und 1904 erhielt sie ein neues Querhaus im neugotischen Stil sowie einen Chor, der als Altarraum dient. Die Flachdecke des alten Gebäudeteils wurde 1911 gegen ein Holztonnengewölbe ausgetauscht und die letzten Renovierungsarbeiten wurden in den 1980ern und 1990ern abgeschlossen.
Etwa vierhundert Meter weiter, der L286 in Richtung Bergisch Gladbach folgend, stößt man auf die ehemalige Wasserburg Zweiffel – welche dass Wasser für ihren Graben ebenfalls aus der Strunde entnommen haben dürfte und die erstmalig 1251 erwähnt wird und deren Erbauung vermutlich durch die Kölner Patrizierfamilie von Zweiffel angestoßen wurde. Dass heutige Erscheinungsbild der Burg Zweiffel stammt aus dem Jahre 1663, jedoch wurde das Burghaus der Anlage im Jahr 1942 durch einen Brand zerstört. Die heutigen Besitzer der Burg bauten diese in den Jahren 1976 bis 1978 wieder vollständig auf…
Von der Burg Zweiffel aus geht es einige hundert Meter entlang der L286 bis zu einem Gehöft, welches heute als Austragungsort verschiedener Veranstaltungen dient und auf dem man frische Produkte aus der landwirtschaftlichen Produktion erhalten kann, dem Gut Schiff – heute ein imposanter Hof, der im sechzehnten Jahrhundert als Schleif, Tuch- und Ölmühle, und bis 1910 als eine der wichtigsten rheinischen Pulvermühlen genutzt wurde.
Von hier aus geht es gute zweihundert Meter weiter, bis man über eine kleine Brücke auf einen Waldwanderweg abbiegen kann. Dieser folgt dem Verlauf der Strunde, mehr oder weniger, nahe bis zur Stadt Bergisch Gladbach. Unterwegs finden noch viele kleine Nebenbäche ihren Weg in die Strunde und geben dem Bach zusätzliche Kraft, was bis zur Mündung immerhin 10 kW ausmachte.
Der nächste markante Punkt auf der Wanderung stellt die Igeler Mühle – eine Getreidemühle aus dem Jahr 1680 – dar, welche sich heute im Besitz der Religionsgemeinschaft der koreanischen Won-Buddhisten befindet und welche die Mühle 2007 in Eigenleistung aufwändig renovierten und kernsanierten…
Als nächstes gelangt man nach Dombach – hier stehen die alte und die neue Papiermühle. Die Herstellung von Papier war von 1614 an, und ist ein wichtiger Bestandteil der wirtschaftlichen Geschichte Bergisch Gladbachs. Ab 1900 wurde die Herstellung in der alten Mühle abgebrochen und in die neue Mühle verlagert. Die alte Papiermühle diente nach 1900 den Mitarbeitern des neuen Werks als Wohnanlage – heute ist in ihr ein Museum zur Geschichte der Papierherstellung und der Lebenssituation der früheren Arbeiter untergebracht. Interessant ist auch der Aufbau eines künstlichen Seitenarms der Strunde, welcher ein Mühlrad antrieb und somit die frühzeitige Industrialisierung der Region ermöglichte.
Nach Dombach gelangt man schließlich nach Bergisch Gladbach, wo der Strunder Bach größtenteils unterirdisch verläuft. Man kann ihn dort noch im Park der Villa Zanders sehen. Eine Dynastie welche durch die Produktion von Papier groß geworden ist und dessen Unternehmen bis heute in der Papierproduktion einen renomierten Namen hat…




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