Über verschiedene Arten von Geistern, bzw. möglichen Erklärungen für dass ein oder andere Phänomen, habe ich bereits geschrieben. Nun möchte ich aber auch etwas zum Thema “Spukhäuser” schreiben. Ich denke es ist sinnvoll wenn auch dieses Thema hier behandelt wird, gerade angesichts der Informationsflut zum Thema Spukhäuser im Netz. Als erstes stelle ich mir die Frage, was macht ein Spukhaus eigentlich zum Spukhaus? Zunächst einmal die Tatsache dass es sich um einen Ortsgebundenen Spuk handelt, welcher tunlichst auf vor Ort bleiben sollte – d.h. Sich nicht an die Besucher dieser Orte heften sollte. Aber immer schön der Reihe nach. Ich schätze dass einige Leser dass Folgende nicht unbedingt gerne lesen werden, denn es geht nicht nur um die Örtlichkeit an sich, sondern auch um den Betrachter oder Besucher des entsprechenden Ortes…
Was macht ein Spukhaus zum Spukhaus?
Gute Frage – Die Antworten darauf dürften so vielfältig sein wie die Beweggründe einen solchen Platz aufzusuchen. Ich denke bei vielen Menschen spielt der Wunsch nach einem “angenehmen Gruseln” eine wichtige Rolle. Man sucht sich einen Platz der, sei es durch seine Gestaltung oder Lage, emotional auf einen einwirkt. Eventuell holt man sich noch vorab einige Informationen zur vermeintlichen Geschichte des Hauses – hierbei wird sich teils auf geschichtliche Quellen, aber auch auf so genannte Urban Legends – also frei erfundene Geschichten – berufen. Wenn dass Haus dann noch alt, verlassen und etwas abgelegen vom normalen Verkehrsstrom liegt, dann ist sie da, die so oft zitierte Atmosphäre. Es liegt etwas geheimnisvolles auf dem Haus. Man hat den, durchaus subjektiven, Eindruck dass es dort umgehen könnte.
Die Atmosphäre des betreffenden Ortes ist ebenfalls wichtig damit ein Spukhaus zu einem solchen wird. Man verbindet mit → Spuk meist etwas unheimliches. Ein Haus in dem sich einfach ein Geist aufhält der niemandem etwas will, oder der sich ruhig verhält und dadurch nicht auffällt, wird nicht als unangenehm empfunden und eben dadurch nicht als Spukhaus in Betracht gezogen. Nein, ein Spukhaus, dass muss etwas unheimliches sein, etwas dass einem die Haare zu Berge stehen lässt. Kein Mensch käme auf die Idee eine Kirche oder einen bestimmten Platz als “Spukort” zu bezeichnen, an dem dieses Empfinden fehlt! Ein Spukhaus, das ist ein Ort dem man einen gewissen Hauch der Bosheit, oder eben des Verderbens, des Schreckens anmerkt. Im Grunde ist es wie mit einem Jahrmarkt – ohne die Lichter und Geräusche, verlieren die Fahrgeschäfte ihren Glanz, ihre Anziehungskraft. Im Falle des Spukhauses sind es die unheimlichen, die “bösartigen” Dinge, die uns so faszinieren.
Jemand der von vornherein mit jenem angenehmen Gruseln und in tiefer Erwartung eines Spuks einen solchen Ort aufsucht – vielleicht noch abends oder nachts – der wird auch entsprechende Eindrücke erhalten. Da wird der entfernte Ruf eines Tiers zu einem gespenstischen Laut, dass Rascheln und die Bewegung diverser nachtaktiver Nagetiere – welche man in den meisten verlassenen Häusern unweigerlich antrifft – wird zu gespenstischer Bewegung, unbemerkte Spinnweben die einem ins Gesicht kommen mutieren zu Geisterfingern und ein Luftzug der um dass betreffende Haus streift, zum gespenstischen Klagelaut. Ein voreingenommener Beobachter betrügt sich oft, meist unbeabsichtigt, selbst…
Gute Spukhäuser…
Nicht jeder Geist der umgeht ist schlecht – im Grunde sind → Geister auch nur Menschen, zumindest der Teil des Menschen der dauerhafter als der Körper ist. Die meisten ignorieren uns, oder haben keine Beweggründe mit uns in Kontakt zu treten. Dieses “stillhalten” hat durchaus auch gute Gründe, aber dass ist Thema für einen eigenen Artikel. Wenn wir von der Definition des Spukhauses als unheimlichen Ort ablassen, dann wäre es kaum verkehrt jedes Haus, oder jeden Ort, als “Spukhaus” zu bezeichnen. Die Toten – welche diesen Ausdruck gar nicht mögen – treiben sich, wie wir auch, nahezu überall herum. Aber wie gesagt, wir nehmen sie nicht wahr. Würden wir sie → wahrnehmen, könnten wir ohne weiteres sagen dass die ganze Welt ein Spukhaus ist…
Es ist einfach zu uninteressant um sich darum zu kümmern. Also suchen wir nach…
…bösartigen Spukhäuser!
Schlechte Charaktere meiden große Gesellschaften – es sei denn sie können Schaden anrichten. Dieses Verhalten zeichnet schlechte Menschen aus und liegt in deren Natur. Wird ein Haus aufgrund seiner negativen Atmosphäre als Spukhaus erkannt, ist es eine Frage der dauerhaften Abgeschiedenheit ob sich ein solches Haus als aktiv bezeichnen lässt. Mit schlechten Orten ist es, böser Vergleich, wie mit gutem Wein – sie müssen reifen. In verlassenen Häusern verliert sich nach und nach die Prägung derer, die darin gewohnt haben. Die Energie dieser Menschen geht verloren, es sei denn sie wurde mit großen, emotionalen Eindrücken in die Struktur des Hauses geprägt. Diese Prägung ist immer neutral – es funktioniert im Guten (welches ja uninteressant ist als Spukhaus), wie auch im schlechten (Trauer, Wut, Hass, Verzweiflung – im Grunde ist jede starke Emotion eine entsprechend starke Energiequelle). Wenn ein Haus durch seine Bewohner negativ geprägt wurde, geht es – je nach Stärke der Prägung – schneller.
Nehmen wir an es existiert ein Haus in welchem es zu einer Reihe tragischer Verknüpfungen kam – ein Haus welches Hass, Trauer und Gewalt als dauerhafte Zustände erlebt hat. Hier wird sich, nachdem es verlassen und vergessen wurde, etwas festsetzen dass dieser Atmosphäre entspricht (In diesem Fall ist es nicht verkehrt wenn man sagt dass Gleiches Gleiches anzieht!). Es kann sich dabei um echte Geister, oder künstlich geschaffene → Psychogone handeln, was im Endeffekt auch keine Rolle spielt. Durch die bereits vorhandene Energie ist es möglich dass sich die existierende Atmosphäre soweit verdichtet, dass ein Besucher das Haus als unheimlich, als Spukhaus eben, erlebt. Die Angst, welche er in diesem Haus verspürt, liefert der bereits vorhandenen Atmosphäre noch weitere Energie. Wenn sich dies über Jahre fortsetzt und selbst Tiere beginnen den Platz zu meiden, dann handelt es sich um einen richtigen Spukort. Eben einen kranken Platz den man meiden sollte…
Hier besteht für den Besucher durchaus die Möglichkeit, aber auch Gefahr dass ihm etwas widerfährt. Vielleicht nicht direkt auf physischer, aber im Bereich der emotional-seelischen Ebene. Die Auswirkungen eines solchen Ortes können einem Menschen lange anhaften und zu Verzweiflungstaten oder eben indirekt zu physischen Krankheiten führen (Psychosomatik funktioniert auf viele Arten!). Ich kann nicht sagen wie lange man dem Einfluss eines solchen Ortes ausgesetzt sein muss, damit sich Auswirkungen bemerkbar machen – hier ist es entscheidend wie stark die Energie ist der man ausgesetzt ist und wie stark (oder schwach) man selbst ist. Auch wenn man nicht daran glaubt und rein wissenschaftlich vorgeht, sollte man vorsichtig sein. Eine weitere, unangenehme, Möglichkeit besteht darin dass man sich einen unerwünschten Besucher mitnimmt. Eben dass sich ein Geist – oder → Psychogon – an den Besucher anheftet und diesen verfolgt.
Diese Art von Spukorten sind wie gesagt zum Glück selten!
Neutralisieren von Spukhäusern!
Ja, es ist auch möglich einem Ort die Kraft zu nehmen, welche für den “Spuk” notwendig ist. Wie oben erwähnt, böse Charaktere meiden Gesellschaft . Wenn ein betroffener Ort mit Leben und Lachen gefüllt wird, also mit positiver Energie, dann verdrängt dies nach und nach die negativen Eindrücke. Das Lebendige überlagert und vertreibt das Negative – sofern es von Dauer und Intensität ist. Hier heißt es dann durchhalten und gute Mine zum bösen Spiel machen! Ein Fall in welchem ein Haus von einem negativen Spuk betroffen war, ist mir persönlich bekannt. Aus Gründen des Datenschutzes werde ich nicht angeben wo und wen es getroffen hat. Nur einige Details…
Es ging um ein Haus welches gut und gerne achtzig Jahre leer stand, bevor es von jemandem gekauft und renoviert wurde. Dass es sich um eine Kernsanierung handelte, sollte klar sein. Der einzige Teil welcher nicht entkernt wurde, war der Keller – ein alter Gewölbekeller der unverändert geblieben war. Und genau dies war der betroffene Bereich. Hauseigentümer und Gäste konnten einzeln nicht lange in diesem Keller verweilen. In Gruppen war es möglich längere Zeit dort unten zu bleiben, jedoch entwickelte sich dann recht schnell der Wunsch doch wieder nach oben zu gehen. Auf irgendeine Art hatte jeder ein eigenes Empfinden dort unten, jedoch nicht ein einziger sprach von etwas positivem. Selbst gestandene Männer die durchaus Bodenständig und pragmatisch waren (und welche in ihrer Biografie keine Kontakte mit → Esoterik, Grenzwissenschaften oder dergleichen hatten), machten dort unten intensive Erfahrungen mit Angst- und Beklemmungszuständen, so dass man die gemachten Erfahrungen nicht in jedem Fall auf die Sensibilität der betreffenden Person schieben konnte. Ich durfte mich selbst von der Atmosphäre vor Ort überzeugen und konnte einige Ratschläge geben, die dann auch zur “Reinigung” des Ortes beitrugen.
Ich habe meine eigene Theorie entwickelt was es mit Spuk und den dazu gehörenden Energien auf sich hat. Wenn man alte Keramiken einem bestimmten Ursprungsort zuordnen will, kann man dies einerseits durch die Art der Verarbeitung und die Form der Keramik machen, andererseits durch die Ausrichtung der Gitter im atomaren Aufbau der Keramik. Diese lässt leichtere Rückschlüsse auf die geografische Herkunft einer Keramik zu als das reine Aussehen, da sich die Ausrichtung der Gitter im Moment des Brennens festsetzt und nicht mehr verändert. Die Keramik wurde lokal geprägt.
Ich denke dass gerade bei alten Bauten, in welchen noch Quarze, Metalle und andere – leicht prägbare Materialien – verbaut wurden, sich Energie leichter speichern lässt (hierbei meine ich wieder die emotionale Prägung). Entkernt man ein solches Gebäude, trägt man große Teile der Energietragenden Substanz heraus, nimmt also dem Spuk die Kraft. Entkernt man es nicht, wie es im Keller des besagten Hauses der Fall war, verbleibt die Kraft, bis sie von einer stärkeren Kraft überschrieben wird. Mein Rat an den Hausbesitzer fiel zunächst nicht auf fruchtbaren Boden – er holte sich noch einen Priester irgendeiner Freikirche zur Hilfe, bevor er meinen Ratschlag endlich befolgte. Der Exorzismus hatte atmosphärisch kurzzeitig eine Linderung verschafft, hielt jedoch keine zwei Wochen an.
Mein Rat war ein ganz simpler: “Reinige die Räume mit Wasser, bring frohe Farben ein und feier da unten Partys!“.
Die ersten Runden waren ziemlich gezwungen, aber nach einigen Wochen, nachdem in mehr oder weniger gleichen Abständen immer wieder eine Feier mit vielen Personen in den Kellerräumen ausgerichtet wurde, ließ die Atmosphäre und das Ungute Gefühl zunächst nach, bis es irgendwann ganz verschwand. Viele Menschen haben durch gute Laune und Fröhlichkeit die Kellerräume neu geprägt und der negativen Kraft dort unten dadurch ihre Existenzgrundlage entzogen. Dies ist in meinen Augen zwar nicht unbedingt der einfachste (wer feiert schon gerne in einer beängstigenden Atmosphäre?), aber sicherlich der wirksamste Weg. Oder man macht eine Kernsanierung…
Dieser Ratschlag war für den Betroffenen übrigens günstiger als der Besuch selbsternannter Schamanen, teurer Exorzisten oder anderer Wundertätiger, und er hat – abgesehen von Getränken und Schnittchen – nichts gekostet, schließlich Spaß gemacht und wirklich geholfen!
Viele Menschen sind der Schlüssel dazu Spukhäuser zu “befreien” – und jetzt kannst du als Leser dir überlegen was Spuktourismus “echten Spukhäusern” antut…
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.
Hmm, bis auf einen einzigen Ort (und das war kein Spukhaus sondern nur ein Objekt – ein altes Wegkreuz – ist mir noch kein “unheimlicher Ort” begegnet. Kein verlassenes Gebäude, kein alter Friedhof oder was sonst noch so gern als gruselig gilt. Vielleicht bin ich ja auch total unsensibel was diese Phänomene betrifft, was solls….
Will nicht plump oder unsensibel rüberkommen mit meiner Anfrage: Ich suche ein geeignetes “Spukhaus” – also eine Ruine, die mit ihrer Atmosphäre unheimlich anmutet – einen (nicht allzu schwer zugänglichen) Drehort für einen Gruselfilm (möglichst im Nordosten Deutschlands)…