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Grimoire

In langwierigen Ritualen, welche dazu dienen durch magische Praktiken mit höheren Geistwesen, wie beispielsweise Engeln höherer Hierarchien, Kontakt aufzunehmen, begegnet man dem so genannten Hüter der Schwelle. Dieses Wesen versucht den → Neophyten dadurch von seinem Weg abzubringen, indem es ihm abwechselnd seine innersten Urängste vorspiegelt und ihn gleichzeitig durch Versprechungen auf die Erfüllung seiner sehnlichsten Wünsche zu locken versucht.

Die Begegnung mit dem Hüter der Schwelle kann für den Neophyten in Wahnsinn, Krankheit und Tod enden. Der Hüter der Schwelle ist hierbei jedoch kein Dämon, sondern eine Art Wächter, der verhindert dass Unwürdige den Zugäng zu höheren Sphären erreichen. Wer sich nicht als würdig in seinen Handlungen und Taten erweist, wird von ihm einerseits am Weiterkommen, andererseits an der Weitergabe der bisher erlangten Geheimnisse gehindert.

Dass bekannteste überlieferte Ritual, welches den Kontakt zu diesen höheren Geistwesen beschreibt und in welchem vor dem Hüter der Schwelle gewarnt wird, ist dass im fünfzehnten Jahrhundert verfasse Arbamelin.

Das → Abramelin des Kabbalisten Abraham von Worms ist ein → Zauberbuch aus dem fünfzehnten Jahrhundert. Dass es existiert, ist ein ausgesprochener Glücksfall, da dieses Wissen eigentlich nur mündlich überliefert wird. Abraham bekam im hohen Alter noch einen Sohn, so dass es für ihn fraglich war ob er noch in die Lage kommen würde sein Wissen an seinen Sohn weiterzugeben, also sah er sich gezwungen es niederzuschreiben.

Im Buch selber berichtet Abraham darüber wie er an dieses Wissen gelangte und auf welche Weise er es in seinem Leben anwandte. Weiterhin gibt er genaue Instruktionen welche Vorbereitungen für dass Große Ritual zu treffen seien und auf welche Schwierigkeiten und Probleme sich der → Neophyt vorbereiten und gefasst machen sollte. Am Ende des Buches werden magische Quadrate und die Namen diverser → Geister und → Engel vorgestellt.

Das Ritual selber bringt den → Neophyten in die Lage mit einem Engel zu reden. Die größte Gefahr dabei besteht darin sich durch den → Hüter der Schwelle von seinem Vorhaben abbringen zu lassen. Wie die meisten wirklichen Rituale sollte die Technik des Abramelin nur von gefestigten und psychisch stabilen Personen durchgeführt werden, auch wenn es im Endeffekt nur darum geht mit einem Engel Kontakt aufzunehmen.

Das Buch wurde 1988 im Diederichs Verlag München unter dem Titel “Abraham von Worms – Das Buch der wahren Praktik in der göttlichen → magie” einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

→ Grimoire ist die Bezeichnung für Bücher die sich mit → magie und Zauberkunst befassen. Das Wort stammt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie “Grammatik” – also ein Regelwerk welches bestimmte Handlungen magischer Natur beinhaltet.

Echte Grimoires sind selten und kostbar – im 18. Jahrhundert entstanden die meisten Grimoires. Die Autoren griffen häufig auf ältere Texte, oder Abschriften dieser Texte zurück und veränderten sie mitunter so weit, dass der ursprüngliche Inhalt kaum zu erkennen ist. In den meisten Zauberbüchern geht es um den Erwerb von Wissen, Schätzen oder Macht über andere Menschen oder dienstbare → Geister. In einigen Fällen wird auch die Herstellung von Talismannen und Amuletten beschrieben.

Die schriften des 18. und 17. Jahrhunderts kann man an den meist pseudoreligiösen Inhalten erkennen.

Meist geht es darum den Teufel unter der zu Hilfenahme diverser christlich-jüdisch angehauchter Gebete zum Erscheinen zu zwingen. Meist wird in diesen Grimoires dass Tetragrammaton als mächtigster  Zauberspruch verwendet.

Die größte Problematik bei der Arbeit mit den so genannten Zauberbüchern ist die Umsetzung dessen, was sie enthalten. Oftmals wird eine reichhaltige Symbolsprache verwendet. D.h. statt direkter Anweisungen, verbergen sich diese hinter Symbolen oder aber hinter symbolisch gemeinten Begriffen. So hat es denn auch oftmals wenig Sinn die Rituale aus diesen Büchern wortgetreu durchzuführen, vielmehr verlangen die wirkliche Autoren vom Leser ein gewisses Grundwissen, welches zum Verständnis und zur korrekten Umsetzung notwendig ist.

Diese Verwendung einer symbolisierten Sprache war einerseits notwendig um mögliche Verfolgungen und die damit verbundenen Risiken zu minimieren, und auf der anderen Seite nicht jedem ein potentiell gefährliches Wissen an die Hand zu geben.

Liste bekannter Zauberbücher (wird vervollständigt):

Bei dem Almadel (Almadel = arab. “Magische Offenbarung”) Salomonis handelt es sich um eine nekromantische Schrift, in welcher die Beschwörung von → Geistern und Dämonen explizit beschrieben wird. Eine weitere Bezeichnung für dieses → Grimoire ist “Der echte Schlüssel Salomons”.

Im 17. Jahrhundert erschien eine überarbeitete Schrift welche unter dem Namen “Clavicula Salomonis” vertrieben wurde…

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