Die → Wasserprobe war im Mittelalter ein beliebtes und grausames Mittel eine angeklagte Frau der Hexerei zu überführen. Man ging davon aus dass der Teufel es nicht zulassen würde, dass eine seiner Hexen ertrinken könne und sie retten würde. Waren die Umstände also günstig für die – meist zu Unrecht Beklagte – und sie ertrank nicht – hoher Salzgehalt im Wasser – fand sie dennoch den Tod auf dem Scheiterhaufen. Ertrank sie hingegen, so war ihre Unschuld bewiesen, allerdings war die Beklagte trotzdem Tod. Man kann die Wasserprobe, so man sie vom rein technischen Gesichtspunkt aus betrachtet, als eine Form der → Wahrsagerei betrachten.
Prüfungen wie die Wasserprobe wurden meist durch Männer entwickelt, welche ihren Hass gegen Frauen auf diese Art ausleben konnten. Die Perfidie bei der ganzen Sache war dass das → Opfer in jedem Fall starb. So nimmt es nicht Wunder dass diese Methode auch oftmals aus Gründen der Eifersucht angewandt wurde, um beispielsweise unliebsame Nebenbuhlerinnen aus dem Weg zu räumen. Eine kurze Anklage der Hexerei, ein Scheinverfahren welches die Wasserprobe anordnete und schon war die Konkurrentin aus dem Weg geräumt.
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