Ich bin kein Skeptiker der versuchen möchte paranormale und übersinnliche Phänomene ad Absurdum zu führen, sondern eher jemand der fest davon überzeugt ist dass es diese Phänonene gibt, sie sich jedoch vielfach auf andere Ursachen zurückführen lassen. Diese in meinen Augen extrem wichtige Ursachenforschung erfordert ein gewisses Verhalten von Seiten des Forschenden. Im Zuge diverser Filme alá Paranormal Activity oder TV Formaten wie Ghost Hunters mit ihren Ablegern, ist es zu einer Modeerscheinung geworden derartige Untersuchungen mit immer fantastischeren Geräten anzustellen. Hier ein paar kurze → Gedanken von mir dazu…
Technikeinsatz
Von übertriebenen Technikeinsatz im Rahmen einer paranormalen Untersuchung halte ich nicht sehr viel – insbesondere wenn es um die Übertragung von Funksignalen geht. Es mag zwar unwahrscheinlich sein, jedoch besteht die Möglichkeit dass ein exzessives Nutzen von Funkübertragungen, gepaart mit besonderer baulicher Substanz, oder sonstigen räumlichen Sonderheiten, zu Störungen bei → EMF Messungen führen kann. Ebenfalls verwundert es mich mitunter wie gemessen wird. Um eine Erfassung zu ermöglichen, sollte man ein Messgerät ruhig halten, und nicht wild damit herumfuchteln. Auch dies kann zu Messtoleranzen führen.
Überhaupt betrachte ich dass EMF Meter eher als Möglichkeit nach natürlichen Ursachen zu suchen, denn um → Geister damit aufzuspüren. Sicherlich, es gibt einige Phänomene wo ich mir eine erhöhte EM Messung nicht erklären kann, da bin ich dann auch versucht zu sagen dass dort etwas ist, das übernatürliche Phänomene begünstigt (Stichwort → Vortex) – sicher sein kann ich mir jedoch nicht. Wenn ich in geschlossenen Räumen derartige Felder aufspüre, dann untersuche ich diese Plätze auch mit einem Metallsuchgerät welches auch Stromflüsse erkennen kann. Vielleicht sind es ja nur verborgene Kabel oder Metallleitungen welche das Phänomen hervorrufen? Selbst wenn kein direkter Strom in ihnen fließt, besteht die Möglichkeit einer natürlichen, statischen Aufladung und gelegentlichen Entladung, welche als Ursache für paranormale Phänomene herhalten kann.
Was die → Temperaturmessung betrifft: Es macht keinen Sinn mit einem Infrarotthermometer nach kalten Stellen zu jagen. Das IR → Thermometer wird immer nur die Temperatur der nächstgelegenen, IR Strahlung reflektierenden Oberfläche angeben – nicht jedoch Punkte mitten im Raum. Wenn es zu einem → Temperatursturz kommt, macht ein normaler Temperatur- und Luftfeuchtemesser wesentlich mehr Sinn als ein IR-Thermometer. Die gespürte → Kalte Stelle liegt ja nicht an der Wand, sondern dort wo man sich befindet – ergo sollte man auch dort messen! Das IR Thermometer kann man, nach auffinden einer kalten Stelle, dazu nutzen Quellen für diese Kälte zu finden. Mit Wärmebildkameras habe ich in diesem Bereich keine Erfahrung – zwar würde ich gerne einmal mit diesen Dingern arbeiten, aber sie sind mir schlicht zu teuer.
GPS Geräte sind sinnvoll wenn man Untersuchungen auf offenen Flächen anstellt. Durch die gewonnen Positionsdaten kann man später untersuchen ob die Muster der beobachteten (oder auch nicht beobachteten) Phänomene einem bestimmten Muster oder einer Richtung folgen, was letztlich auch mögliche, natürliche Ursachen aufzudecken helfen kann. In Geschlossenen Gebäuden machen sie keinen Sinn (Keine oder nur schwache Signale, Genauigkeit im zivilen Bereich bei 10 Metern +/- 3%) und zeugen eher von der Unwissenheit des Benutzers, als von Professionalität.
Was Videoaufnahmen und Fotografien betrifft, so werden Orbs gerne als paranormale Phänomene gedeutet. Ich persönlich halte diese Dinger schlicht für Staub der gut beleuchtet wurde und der im Moment der Aufnahme vom Aufnehmenden selbst – auf Grund der Trägheit des menschlichen Auges – nicht wahrgenommen wurde. Als Beleg für die Existenz eines paranormalen Phänomens, halte ich Orbs eher ungeeignet. Was Lichtphänomene betrifft, mir gelang einmal auf einem Friedhof eine interessante Aufnahme auf welcher ein Lichtstrahl wirkt, als würde er gebogen. Im Endeffekt handelt es sich jedoch um eine optische Verzerrung, hervorgerufen durch Reflektionen an der Kamera.
Eine weitere, potentielle Ursache für dass Orb-Phänomen sind die in einigen Kameras verbauten Sensoren. Es ist phänomenal dass Orbs meist bei Kameramodellen mit hohen Megapixeln auftreten, die Ursache können Bildfehler sein, da oftmals der Fotosensor zwar viele einzelne Bildpunkte erfassen kann, diese jedoch zu eng beeinanderliegen, so dass es zu überschneidungen innerhalb dieser Pixel kommt. Ich würde daher auch jedem dazu raten neben dem digitalen Aufnahmegeräten solche mitzuführen und möglichst zeitgleich zu verwenden, die noch ganz klassisch mit Filmen arbeiten!
EVPs, oder → Tonbandstimmen lassen sich praktisch überall machen. Ich persönlich betrachte dieses Phänomen – solange es auf Fragen intelligente Antworten gibt – als schlagfähigsten Beleg für paranormales Wirken. Auf den ein oder anderen mag es böse wirken, aber ich halte → EVP für die moderne Form des Witchboards, weil man wie gesagt überall derartige Aufnahmen machen kann. Es ist eine Möglichkeit Kontakt zu “→ Geistern” herzustellen und der Kanal der dabei abgedeckt wird, ist ebenso groß wie halt beim → Witchboard. Man hat einfach nicht die Kontrolle darüber wer sich meldet.
Technik mag vieles einfacher machen, es mag auch professionell wirken wenn man mit viel Technik daherkommt, aber im Endeffekt muss man sich im klaren darüber sein dass niemand weiß in welchen Bereichen derartige Phänomene messbar sind. Ich persönlich gehe lieber nach Gefühl, wenn es um das Aufspüren paranormaler Phänomene geht. Eine Wünschelrute, oder ein → Pendel, kann mitunter interessantere Dinge zeigen als ein EMF Messgerät. Wie gesagt, ich nutze es eher um natürliche Quellen aufzuspüren…
Verhalten
Eine Vorabbegehung eines Objekts macht Sinn – insbesondere wenn es um verlassene und verfallene Häuser geht. Man kann sich im Vorfeld und bei Tageslicht ein Bild über die vor Ort herrschenden Bedingungen machen. Dies dient einerseits der Unfallverhütung und andererseits kann man so im Vorfeld bereits einige Dinge als natürliche Erklärung ausklammern.
Vor einer Untersuchung werden oftmals Informationen über den entsprechenden Ort eingeholt – hierzu wird natürlich auch die Recherche im Internet genutzt. Meine persönliche Erfahrung mit Beschreibungen von Spukorten im Internet ist allerdings eher ernüchternd. Alte und verlassene Häuser mutieren darin oftmals zu wahren Horten des Schreckens, erweisen sich bei einem Besuch dann allerdings eher als dass was sie meistens sind: Traurige Ruinen und die Symbole eines vergessenen und oftmals auf Dauer verlorenen Glanzes. Wer mit großer Erwartungshaltung und vielleicht schon einer Spur Angst an die Sache herangeht, der wird sich in aller Regel von seiner eigenen Erwartungshaltung hinters Licht führen lassen.
Oftmals werden im Internet Grafitis in alten Gemäuern, wie umgedrehte Pentagramme oder das berühmte 666, auf Satanismus und dass Wirken von Teufelsanbetern zurückgeführt – in den meisten Fällen sind es jedoch tatsächlich nur die harmlosen Schmierereien Jugendlicher, die den Hauch des Bösewichts verbreiten … die sich einfach mal Groß und Böse fühlen wollen. Dabei geht es zumeist um das Gefühl der Lustangst – wie leider auch bei vielen leider wenig objektiven Geisterjägern. Echte schwarze Messen finden an anderen Orten statt und deren Spuren sehen auch anders aus…
Kommt es dennoch zu einem unerklärlichen Phänomen, so sollte man Ruhe bewahren. Die meisten negativen Erscheinungen, sofern man sich nicht selbst ins Bockshorn gejagt hat, leben von der Angst dessen, der sie zu bemerken im Stande ist – hier sollte man als Forscher in der Lage sein seine Emotionen zu beherrschen, da diese sonst den Forscher beherrschen werden. Es bringt niemandem etwas wenn mitten in der Nacht ein Geisterjäger im Keller eines baufälligen Hauses in Panik gerät, beginnt um sein Leben zu laufen und sich dabei die Beine bricht oder in ein offen liegendes, spitzes Rohr stürzt. Wenn man merkt dass die Emotionen zu hoch kochen, dann sollte man sich frühzeitig absetzen. Dafür muss man natürlich seine Belastungsgrenzen kennen, aber dass kommt meist mit der Zeit.
Ausrüstung
Die Technik habe ich beschrieben, auf dass Verhalten bin ich eingegangen, nun kommt noch ein weiterer Teil der wichtig ist: Die Ausrüstung!
Ich unterscheide zwischen einer Grundausrüstung die aus Mess- (EMF Gerät, Metallsuchgerät, Thermometer), Sicherungspaket (Verbandskasten, Schmerzmittel, Handy, Funkgerät, Thermoskanne mit Kaffee/Tee), Dokumentationsgeräten (Diktiergerät, Notizmaterial und Kameras) und einem Haufen Ersatzbatterien besteht, sowie aus einer erweiterten, auf Ort und Situation abgestimmten Ausrüstung.
Da ich mich meist alleine bewege, achte ich darauf dass ich stets ein Handy und/oder ein PMR/CB Funkgerät dabei habe. Falls dass Handy kein Netz hat und ich irgendwo verletzt liege, besteht zumindest die Möglichkeit dass jemand zufällig einen Funkruf über eines der öffentlichen Funknetze empfängt (PMR Kanal 2 – meistens von Geocachern und einigen Motorradclubs verwendet). Wenn nicht, dann hoffe ich dass im Falle einer Verletzung – was bislang noch nicht vorgekommen ist – die Schmerzmittel ihr Werk tun und ich mich bis zum nächsten Ort schleppen kann.
Was die Ausrüstung betrifft, so sollte sich jeder selber Gedanken machen was er braucht um – beispielsweise – eine Nacht im Freien oder in einem zugigen Haus zu verbringen. In Bewohnten Häusern erübrigt sich meist die Frage nach zusätzlicher Ausrüstung wie Decken, oder guten Jacken.
Noch ein Wort zu Orten in freier Natur!
Eigentlich sollte es unter Verhalten, aber wer achtet schon aufs Verhalten, wenn es mögliche Ausrüstungsbeschreibungen gibt?
Eine wesentlich größere Gefahr – gerade in Waldgebieten – stellen oftmals Wildtiere dar. Wer schon einmal einer Rotte Wildschweine begegnet ist, wird wissen was ich meine. Hier sollte man sich unbedingt fern halten und die Tiere nicht provozieren oder gar füttern. Ein Keiler reißt dir ohne weiteres die Beine bis auf den Knochen auf und eine Bache oder eine Sau ist ebenfalls mit äußerster Vorsicht zu betrachten. Die Zähne dieser Tiere sind durchaus in der Lage dir dass Knie durchzubeissen. Füchse mögen, sofern sie sich nicht verstecken, niedlich aussehen, können jedoch Tollwut und Milzbrand übertragen. Milzbrand lässt sich zwar mit starken Antibiotika heilen, Tollwut jedoch ist nach zwei Wochen ohne Behandlung immer noch tödlich.
Wenn Schweine in der Nähe sind, versuch dich langsam zu entfernen. Langsam und ohne hektische Bewegungen! Die Tiere sehen zwar wuchtig aus, aber sie sind keineswegs fett und sie sind verdammt nochmal schneller als du! Wenn du es trotzdem schaffst die Rotte auf dich aufmerksam zu machen und sie aggressiv reagiert, versuche auf einen stabilen Baum zu kommen oder – was noch besser wäre, da einige Rotten den Dreh raus haben Bäume auszugraben – auf einen Felsen oder dergleichen, auf den dir die Tiere nicht folgen können. Im Normalfall gehen Wildschweine dem Menschen aus dem Weg, aber hin und wieder kommt es zu unschönen Konfrontationen…
Also Augen auf in freier Wildbahn!
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.
Paranormale Untersuchungen?geisterjagd ist vollkommen hirnrissig. Iihr solltet euch lieber mit der naturwissenschaft befassen als hirngespinsten und geistern nachzujagen. denkt mal nach wieviele menschen gestorben sind um diesen dämlichen aberglauben den boden abzugraben!galileo, kopernikus und etliche andere wurden von typen wie euch verfolgt und verbrannt!man sollte euch verbieten und wegsperren. ganz ehrlich!
Hallo Markus
Danke für deinen schönen Kommentar – ich finde es interessant dass du, bei deiner Haltung, ausgerechnet Kopernikus und Galileo – nebst einigen anderen, wie zum Beispiel den Humanisten Giordano Bruno, oder Johannes Keplers Mutter (welche als Hexe verbrannt wurde) – heranziehst!
Diese großen Leute der Geschichte brachten den Mut auf gegen die Dogmen und Paradigmen ihrer Zeit neue Ideen einzubringen. Sicher, Geister und Co. mögen keine neuen Ideen sein, aber gerade deswegen sollte es langsam an der Zeit sein sich damit kritisch zu befassen.
Wenn du sagst dass man “uns” Geisterjäger verbieten und wegsperren sollte, dann stellst du dich praktisch auf die gleiche Stufe mit der Kirche – du vertrittst Dogmen und willst andere, die ein wenig über den Tellerrand schauen wollen, davon abhalten dies zu tun.
Du schützt nicht die Wissenschaft – von welcher du scheinbar keine Ahnung hast – sondern den Stillstand und damit dass Unwissen…
Denk mal drüber nach…
Grüße
Ingo
Hallöchen,ich bin auch eine Ghosthunterin, und muss Ingo an dieser Stelle recht geben. Die Kirche verbietet das in jeglicher Art, und es wird als hunbug dargestellt. So und jetzt kommen wir hier nämlich zum Punkt. Die Kirche denkt sehr egoistisch, denn laut Kirche gibt es ja den einzigsten Heiligen Geist auf Erden! Warum soll es nur einen geben? Die Leute sollten sich erstmal mit dem Thema beschäftigen, zumal wir keine (Geister) jagen sondern Hobbywissenschaftler sind, die das paranormale Untersuchen.Liebe Grüsse Andrea
Danke für deinen Kommentar Andrea!
Die Kirche … eine meiner Lieblingsinstitutionen!
Jesus und Gott unterhalten sich über ihr nächstes Urlaubsziel – sagt Gott zu Jesus: “Du, dieses Jahr will ich unbedingt nach Rom fahren!“. Jesus “Wieso ausgerechnet nach Rom? Die haben mir damals Nägel in die Hacken geschlagen!“, darauf Gott: “Oooch, sei nicht so nachtragend! Außerdem: Dort war ich noch nie…“.
Übel wäre es, wenn Gott am Ende nur die Summe seiner Schöpfung wäre. Dann hätte die Kirche (sowie etliche andere Religionen im Laufe der Zeit) ihren Gott verbrannt, gefoltert, in Kriege geschickt, vergewaltigt und noch und nöcher…
Aber bevor dass hier zu einer theologischen Diskussion wird – back to the topic!
Dass ist eben der Unterschied zwischen Glauben und Wissenschaft. Die Kirche glaubt – sie hinterfragt, im Normalfall, nicht, während Wissenschaftler hinterfragen sollten (was gerade bei den “Angesehenen” leider auch nicht immer geschieht).
Da lobe ich mir den Hobbyforscher, den Freizeitwissenschaftler der es schafft in einer angeblich durchschauten Welt immer noch seinen kritischen Geist zu bemühen und Fragen zu stellen. Gerade auch zu Dingen die als Vorkommnis existieren, die aber eben abgelehnt werden weil sie nicht zu bestehenden Dogmen & Paradigmen passen…
Liebe Grüße
Ingo
hobbyforscher ist ein anderes wort für leute die keine ahnung von der welt haben. die meinen sie könnten mit ein paar instrumenten etwas verstehen was wirkliche wissenschaftler als unmöglich bewiesen haben.wo sind denn eure beweise? fotos von geistern oder gespräche von verstorbenen?
Und??? Wer hat denn schon die Relativitätstheorie bewiesen, Markus? Sie??Haben Sie Beweise für Ihre Anschuldigungen? Oder sind Sie enttäuscht worden von Leuten die “Jenseitskontakte” anbieten?Haben Sie alle Artikel hier aufmerksam gelesen? Niemand will sich hier mit fremden Federn schmücken oder Leute ins Bockshorn jagen.Hier wird sich nur bemüht Ereignisse so wissenschaftlich, pragmatisch wie möglich zu untersuchen und “Theorien” aufzustellen wie diese erklärbar werden. Ganz ohne “HokusPokus”.Und nur weil zur Zeit keine stichhaltigen Beweise für eine außerkörperliche Existenz vorliegen, bedeutet das nicht das Sie nicht vorhanden sind. Die Erde ist schließlich auch keine Scheibe. Im Zweifel für den Angeklagten!Birgit
In dubio pro reo – vor Gerichten mag dies funktionieren, oder sollte es gelegentlich, aber in Glaubenssystemen ist Zweifel eben unerwünscht…
hallo zusammen
ihr sagt die kirche stellt es als humbug ab,aber warum machen katholische pastoren den haus segnungen in spukhäuser so wie bei mir wo es ziemlich heftig zuging
und der der meint manbn müste uns weg sperren,den frage ich was er auf so einer seite macht
viele grüsse an euch allen
peter
Ich sage nicht die Kirche stelle es als Humbug ab, aber sie hat eine etwas eigene Herangehensweise entwickelt. Die Kirche beansprucht für sich dass alleinige Recht auf Wirksamkeit, sofern sie derartige Dinge akzeptiert, was leider nicht immer der Fall ist…